pharmazie historisches museum basel  
   
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materia medica
Nicht immer galten rein vernunftmässige Überlegungen und objektive Heilerfolge als Standard für die Güte eines Arzneimittels. Einen Überblick über Wandlungen und auch Irrungen im Medizinalwesen früherer Zeiten vermitteln die Sammlungen von heute nicht mehr gebräuchlichen Heilmitteln mineralischer, pflanzlicher und tierischer Herkunft, sowie von Amuletten, Pestmitteln und Umhängemedikamenten.
 elementarer schwefelgusseiserne schlange skorpion schlafmohn getrocknetes seepferdchen
  elementarer Schwefel gusseiserne Schlange Skorpion Schlafmohn getrocknetes Seepferdchen
 

Instrumente
Seit Beginn ihrer rasanten Entwicklung sind das Messen und Vergleichen elementare Bestandteile moderner Naturwissenschaft geblieben. Viele Waagen und Gewichte, aber auch Mikroskope und Laborutensilien aller Art erzählen von der hochinteressanten Arbeit der Forscher und Entwickler seit dem Ende des Mittelalters.
microskop apotheken waage inhalator ampheolen
Microskop Apothekenwaage Inhalator Ampheolen
 

Kräuterbücher
Die praktische Verwertung der Botanik als Hilfsmittel der Heilkunde geht auf die grossen Gelehrten des klassischen Altertumes zurück. Galen und besonders Dioskurides beschäftigten sich intensiv mit Arzneimitteln aus der Pflanzenwelt. Auf dieser Grundlage - bereichert durch die arabischen Einflüsse im Mittelalter - hat sich seit dem 16. Jahrhundert eine grosse pharmazeutische Literatur entwickelt, die in den vielen wunderschön illustrierten Kräuterbüchern sicherlich ihre schönste Form gefunden hat. Neben diesen besitzt das Museum auch eine grosse Sammlung von historischen Pharmacopoeen aus vielen Ländern Europas.
 kräuterbuch kräuterbuch kräuterbuch
 Indischer Pfeffer
In Käuterbuch des Leonhard Fuchs, Basel, 1534
Abbildung in einem Käuterbuch
Der «guten Gsundheit»
Augsburg, 1488
Käuterbuch mit Stahlstich
Frankreich, 19.Jahrhundert
 

Amulette
Das Tragen von Amuletten hat sich aus vorgeschichtlichen Zeiten bis in die Gegenwart erhalten. Es beruht, bewusst oder unbewusst, auf einer mystischen Verbundenheit des Trägers mit den Dingen seiner Umwelt. Analogielehren wie Signatur, Zahlen- und Farbsymbolik, die Astrologie und mystisch-religiöse Vorstellungen sind die Gründe für das Tragen von Amuletten. Es kann Abwehrzauber sein oder Symbol der Verbundenheit mit dem Göttlichen. Den Heilamuletten liegt auch der Glaube an eine Aura magischer Kräfte gegen den Dämon «Krankheit» zu Grunde.
 alraunmännchen amulett schabmadonna zahnamulett rubin
Alraunmännchen Amulett Schabmadonna Zahnamulett Rubin
 

Gefässe
Die Geschichte der Pharmazie und die Geschichte der Keramik sind eng miteinander verknüpft, gehörten doch die Apotheker, die für die Aufbewahrung ihrer Medikamente einen enormen Bedarf an glasierten Keramikgefässen hatten, zu den ersten wichtigen Kunden der neu entstehenden Keramikmanufakturen im südlichen Europa des 15. und 16. Jahrhunderts.
Erst in jener Zeit wurde das Know-how der Keramikbrennerei aus dem Orient übernommen. Das Museum zeigt einen sehr schönen Ueberblick über Apothekengefässe der wichtigsten Manufakturen, insbesondere über jene Italiens, Frankreichs, Deutschlands und der Schweiz.
 deruta oder castel durante 16. Jh deutschland 19. Jh cantagalli, florenz, 19. Jh, im stile urbinos, 16. Jh holzgefäss 18. Jh
 Deruta oder Castel Durante,
16. Jahrhundert
Deutschland,
19. Jahrhundert
Cantagalli, Florenz, 19. Jh,
im Stile Urbinos, 16. Jh
Holzgefäss,
18. Jahrhundert
 

Laboratorien und Apotheken
Der schönste Raum des Museums - die gotische Hauskapelle aus dem 15. Jahrhundert - wurde zu einem alchemistischen Laboratorium umgebaut. Phantastische Utensilien vermitteln die geheimnisvolle Stimmung der Alchemie, wo eigentümliche Bezeichnungen wie Alembik und Athanor auf den arabischen Ursprung dieser Geheimlehre zurückdeuten.
Ganz anders im zweiten Laboratorium - einem Apothekenlabor aus dem Jahr 1800 - wo die vielen komplizierten Phiolen und Geräte zur Herstellung der neu entwickelten chemischen Heilmittel dienten. Die Empire-Apotheke aus Frankreich und natürlich die berühmte Insbrucker Hofapotheke aus der Barockzeit (um 1755) erlauben eine Blick in die faszinierende Apothekenwelt der Zeit vor der industriellen Revolution.
 innsbrucker hofapotheke empire apotheke chemisches labor alchemistisches labor
 Innsbrucker Hofapotheke 1755 Empire-Apotheke frühes, 19. Jh Im chemischen Labor
um 1800
Alchemistenlabor in der
ehemaligen Hauskapelle
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